„Geschaffen, erlöst, geliebt" – Fortbildung für Lehrkräfte
Rund 35 Lehrkräfte katholischer Schulen in Hessen setzten sich in einer digitalen Fortbildung des Pädagogischen Zentrums intensiv mit der DBK-Handreichung „Geschaffen, erlöst, geliebt" auseinander. Im Mittelpunkt standen Fragen der Würde, Akzeptanz und praktischen Umsetzung im Schulalltag.
Wiesbaden, 15.09.2026 – Wie können katholische Schulen zu Orten werden, an denen sich alle jungen Menschen in ihrer Würde angenommen und respektiert wissen? Dieser Frage widmete sich eine gut besuchte digitale Fortbildungsveranstaltung des Pädagogischen Zentrums, an der sich rund 35 Lehrerinnen und Lehrer katholischer Schulen teilgenommen haben. In einem schriftlich übermittelten Grußwort betonte der Queerbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Ludger Schepers, die Bedeutsamkeit des Themas für die kirchliche und schulische Praxis.
Anlass der Veranstaltung war die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz von 2025 „Geschaffen, erlöst, geliebt", die von der katholischen Sozialethikerin Dr. Ursula Wollasch vorgestellt wurde. Sie ordnete die Publikation theologisch ein und machte deutlich, dass die Anerkennung der Würde jedes Menschen – unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität – im Zentrum christlicher Anthropologie steht.
Als Kooperationspartnerin der Fortbildung unterstrich auch die Bistumsbeauftragte für die LSBTIQ Pastoral, Dr. Susanne Gorges-Braunwarth, als Auftrag der Kirche im Bistum Limburg die Förderung von Akzeptanz, Respekt und die Anerkennung der Würde aller Menschen. Queere Identitäten und queeres Leben seien Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit, den es sichtbar zu machen und aus der Tabuzone zu holen gelte. Dies, so betonte Dr. Ruelius vom Pädagogischen Zentrum, sei gerade angesichts jüngster queerfeindlicher Vorfälle und eines gesellschaftlichen Backlashs gegenüber traditionellen Rollenbildern notwendig. Besorgniserregende Entwicklungen wie „Manosphere"-Strömungen oder das „Tradwife"-Phänomen in sozialen Medien verdeutlichten, wie wichtig ein bewusstes pädagogisches Gegengewicht sei.
Im Anschluss an die fachlichen Impulse und Werkstattberichte nutzten die teilnehmenden Lehrkräfte im Austausch mit Gästen aus der schulischen Praxis die Gelegenheit, sich umfassend zu informieren, konkrete Umsetzungsideen für den eigenen Unterrichtsalltag auszutauschen und sich vertieft mit den Anforderungen einer queersensiblen Schule auseinanderzusetzen. Die rege Beteiligung und die Vielzahl praxisnaher Fragen zeigten das große Interesse und den wahrgenommenen Bedarf an diesem Thema im schulischen Alltag.
Das Pädagogische Zentrum sieht sich mit dieser Fortbildung in seinem Auftrag bestärkt, Lehrkräfte an katholischen Schulen dabei zu unterstützen, eine Kultur der Wertschätzung und des Respekts im Schulalltag zu leben und weiterzuentwickeln.
Kontakt für Rückfragen:
Dr. P.-F. Ruelius, Pädagogisches Zentrum, Peter-Felix.Ruelius: @pz-hessen.de